Energetische Sanierung eines Gebäudes aus den 70er Jahren zum KfW-70 Effizienzhaus
Dieses Wohngebäudes aus den 1970er Jahren wird umfassend energetisch saniert und dabei zu einem modernen Effizienzhaus (KfW-70) aufgewertet. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der energetischen Qualität der Gebäudehülle durch die vollständige Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS). Zusätzlich wird die alte, ineffiziente Heizungsanlage durch eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt.
Die Entkernungsarbeiten haben bereits begonnen: Im Untergeschoss wurde der Estrich entfernt. Dabei zeigte sich eindrucksvoll, wie gering damals die energetischen Anforderungen waren: Unter dem Estrich befanden sich gerade einmal 2 cm Styropor-Dämmung. Diese Dämmung entspricht längst nicht mehr den heutigen energetischen Standards und wird daher nun durch eine deutlich hochwertigere und effizientere Dämmung ersetzt – 5 cm PUR-Dämmstoff mit einer Wärmeleitgruppe von WLG 023.
Auch an anderen Stellen des Hauses sind energetische Schwachpunkte vorhanden, die nun beseitigt werden: Die ungedämmten Rollladenkästen aus den 70er Jahren sowie die ungünstigen Heizkörpernischen werden entfernt und durch bodentiefe Fenster ersetzt. Das verbessert nicht nur die Wärmedämmung, sondern sorgt zugleich für mehr Tageslicht und ein modernes Erscheinungsbild.
Bei der obersten Geschossdecke zeigte die detaillierte Bestandsaufnahme ebenfalls deutlichen Handlungsbedarf. Insbesondere hier wurde deutlich, dass der angestrebte KfW-70-Standard nur durch eine exakte, detaillierte Wärmebrückenberechnung erreicht werden kann. Der standardmäßige Wärmebrückenansatz (ΔU_WB = 0,05 W/m²K) war hier nicht ausreichend, da in der Altbausubstanz nicht alle Wärmebrücken den Standarddetails nach Beiblatt 2 der DIN 4108 entsprechen.
Ein anschauliches Beispiel hierfür ist die auskragende Geschossdecke, die durch den Einbau eines bodentiefen Fensters mit Schiebetür von außen nur noch mit 2 cm Dämmung versehen werden konnte. Die restliche erforderliche Dämmung muss daher von der Unterseite der Decke erfolgen. Ähnlich komplex ist die Situation in einem Raum des Untergeschosses, der aufgrund der angrenzenden Garage nicht von außen gedämmt werden kann. Hier kommt daher eine hochwertige Innendämmung zum Einsatz, wodurch ebenfalls eine Wärmebrücke entsteht, die nur durch eine individuelle Wärmebrückenberechnung erfasst und optimiert werden konnte.
Auch die auskragende Wand stellte die Planer vor eine besondere Herausforderung, da ein entsprechendes Regel-Detail im Beiblatt 2 der DIN 4108 nicht existiert. Daher wurde auch an dieser Stelle eine detaillierte Wärmebrückenberechnung durchgeführt, um eine optimale Lösung zu erzielen.
Durch die Kombination aus modernsten Dämmmaßnahmen, einer detaillierten Wärmebrückenanalyse und dem Austausch der veralteten Gasheizung gegen eine effiziente Wärmepumpe wird aus dem Gebäude aus den 70er Jahren ein hochmodernes und energetisch zukunftsfähiges Effizienzhaus.